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unser Gewässer - die Bocholter Aa

Die Bocholter Aa ist ein "anthropogen überformtes Gewässer", d.h. sie befindet sich in einem, vom Menschen stark beeinflussten Zustand. Glücklicher Weise hat ein Umdenken, in puncto Gewässerunterhaltung, in den Köpfen der meisten Zuständigen Einzug gehalten und langsam aber sicher geht es, mit den Gewässerstruk-turen  bergauf. Die Aa zählt zu dem Gewässer System der „IJsselmeerzuflüsse“ und wird den "sandgeprägten Tieflandgewässern" zugeordnet. Der Verlauf der Aa, von Ihrer Entstehung an der "Schlossmühle in Velen" bis zur Mündung in die "Oude IJssel" bei Ulft, hat eine Länge von etwa 48,6 km.

 

Übersichtskarte des Aa-Verlaufs, mit ihren wichtigsten Zuläufen und der Lage im Gewässersystem (ab der Mündung in die "Oude IJssel" bis zur Mündung ins "Wattenmeer der Nordsee").  Übersichtskarte des Aa-Verlaufs, mit ihren wichtigsten Zuläufen und der Lage im Gewässersystem (ab der Mündung in die "Oude IJssel" bis zur Mündung ins "Wattenmeer der Nordsee").

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015
Quelle: ELWAS.web

Eckdaten der Bocholter Aa (des Aa-strang) / Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bocholter_AaEckdaten der Bocholter Aa (des Aa-strang) / Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bocholter_Aa

wichtige Eckdaten des Gewässers

Vom „Wattenmeer der Nordsee“ bis in die Quellbäche über Velen führt der Weg durch das „IJsselmeer“ ins „Ketelmeer“, von da aus geht es bei Kampen in die „Gelderse IJssel“ und weiter bis zur Mündung der "Oude IJssel" bei Doesburg. Von der „Oude IJssel“ aus, erreichen die Wanderfische die Mündung der „Bocholter Aa“ (Aa-strang) bei Ulft und nach nach weiteren 48,6 km Wegstrecke in der Aa, erreicht man ihren Ursprung an der Schlossmühle in Velen.

Das die Länge der Aa bei Wikipedia mit 55,8 und nicht mit 48,6 km angegeben wird, liegt daran, dass vor einiger Zeit die Quelle des "Weißen Vennbachs" zur Quelle der Aa erklärt wurde. Eine fragwürdige Beschreibung, da die angebliche Quelle an ca. 300 Tagen im Jahr trocken liegt und wenn überhaupt, wohl eher durch Drainage- anstatt Quellwasser gespeist wird.


 

die Quellbäche der Aa

die Quellbäche

Nahezu der gesamte Verlauf der Aa, inklusive aller Zuflüsse, wurde  in den ver-gangenen Jahrhunderten vom „lebendigen Bach“ zum Abflusskanal degradiert. 

Auch der abgebildete Bach ist nicht im „gutem Zustand“! Totholz wird vermutlich immer noch teilweise beseitigt, die Ufer sind teilweise durch Steinschüttungen befestigt, regelmäßig überflutete Auen gibt es nicht mehr und anstatt des standorttypischen Erlensaums findet man überwiegend Eichen und Buchen als Ufergehölze. 

Ein Tieflandbach gräbt sich auf natürliche Weise niemals ein! Der geschwungen Lauf kann nicht als mäandrierend bezeichnet werden. Die Flächennutzung reicht partiell bis an die Uferlinie. Es gibt kaum Tiefen- u. Strömungsvariabilität und von daher kaum unterschiedliche Mikrohabitate.

Bildergalerie der Quellbäche

 


 

die Entstehung der Aa 

Leider gibt es unterschiedliche Definitionen der gesamten Länge und Entstehung der Aa.

Bei der offizielle Variante, wurde die Quelle des "Weißen Vennbachs" zur Aa-Quelle erklärt. Diese liegt allerdings überwiegend trocken. Weit mehr Wasser führen z.B. der Thesingbach oder der "Schwarze Bach".

Laut alter Definition, die unserer Meinung nach weit mehr Sinn ergibt und auch von uns beibehalten wird, hat die Bocholter Aa keine Quelle im eigentlichem Sinne. Sie ent-steht aus dem Zusammenfluss der Venn-bäche (Weißer Vennbach / Schwarzer Venn-bach / Schwarzer Bach) und dem Thesing-bach, an der Schlossmühle in Velen am Stationierungspunkt km 48,55.  

Die Entstehung der Aa an der Schlossmühle in Velen. Das QBW wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt und gehört zu den ältesten Gebäude in Velen.Die Entstehung der Aa an der Schlossmühle in Velen. Das QBW wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt und gehört zu den ältesten Gebäude in Velen.


 

der Oberlauf 

Begradigt  fließt die Aa auf ihren ersten Kilometern im altem Trapezprofil, was langsam aber sicher durch die Eigen-dynamisch Entwicklung der Uferstruk-turen verschwindet.  Leider hat die Stauhaltung über weite Strecken nach wie vor Bestand und generiert eine kastrierte lineare Strömung. 

Der Oberlauf erstreckt sich von Velen über Ramsdorf, Gemen, durch Borken, vorbei am Pröbstingsee nach Rhede. 

Nahezu alle natürlichen Strukturen sind vom Leichentuch Feinsediment erstickt. Die Gewässerbreite liegt hier meist zwischen 3-7 Metern.  

Bildergalerie des Oberlaufs (Velen / Ramsdorf)

Bildergalerie des Oberlaufs (Gemen / Borken)


 

der mittlere Verlauf 

Nach der bereits  mäßig strukturierten Strecke (Höhe Pröbstingsee) macht das Gewässer unterhalb des "Pegel Rhede-brügge" einen sehr traurigen Eindruck. 

Nahezu alle Gehölze am Südufer wurden entfernt und wir befinden uns im Rück-staubereich des Stauwehr Krechting.

Aufgrund der fehlenden Beschattung und der vermutlich hohen Nährstoff-belastung ist das Gewässer in den Som-mermonaten stark "verkrautet". Was für die Angelfischerei und den ökologischen Zustand  große Probleme generiert.

Bildergalerie des Verlaufs zwischen Rhede und Bocholt


 

der Unterlauf der Aa 

Die natürlichen Auen wurden vom Gewässer abgeschnitten, indem der gesamten Unterlauf in eine Deichlage versetzt wurde. Die Breite wurde aus Hochwasserschutzgründen auf ca. 25 m aufgeweitet und entspricht vermutlich mehr als der dreifachen „arbeitenden Breite“ (die Gewässerbreite, die sich eigendynamisch entwickeln würde). Die Folge, auf mehreren Kilometern gibt es keine Tiefen-,  Strömungs- oder Substrat-variabilität. Das Gewässer ist als Lebens-raum für fast alle aquatischen Arten verloren.

Sollten keine großräumigen Maßnahmen, wie z.B. der „teilweise Rückbau der Deiche“ und die „Wiedervernässung der Auen“ stattfinden und der Querschnitt nicht erheblich eingeengt werden, wird diese Sandwüste bis 2027 weder den „guten Zustand“ noch das „gute Potential“ erreichen. 

Bildergalerie des Unterlaufs (Bocholt / Suderwick)

Bildergalerie des Unterlaufs in den Niederlanden


 

die Mündung in die "Oude IJssel"

 

Die hier abgebildeten Gewässer zeigen (links) die ca. 10 Meter breite "Oude IJssel" (das Gewässer der nächsten höheren Ordnung) wenige Meter über der Mündung der Aa (die bis zur Mündung eine Breite von ca. 45 m erreicht)

Wie auf dem Bild (unten rechts) zu sehen, mündet also das ca. 45 breite Gewässer in das ca. 10 m breite Gewässer.

Die Situation könnte man mit einer Landstraße vergleichen, die in einem Autbahndreieck endet, wobei die sechsspurig ausgebaute Autbahn ab dieser Stelle als Land-straße  geführt würde.

 

Der (von rechts her) einmündende Bach ist nicht die Bocholter Aa (Aa-strang) sondern die IJssel. Unabhängig davon, dass die Aa den geschätzt 5-fachen Abfluss aufweist, mündet hier die (von links oben kommende) Aa in die be-deutend kleinere Oude Ijssel.

Hätte man konsequent nach dem größerem Gewässer benannt, würden wir heute nicht vom IJssel- sondern vom Aa-Meer sprechen. Dies nur um die tatsächliche Bedeutung des Gewässer Systems zu veranschaulichen.

  

 

 

 


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