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das Aa-System

Die Bocholter Aa ist zwar die Bezeichnung für ein ca. 50 km langes Fließgewässer, ein Fluss oder Bach sollte allerdings nicht auf seine Länge reduziert werden. Für den Zustand sind nicht allein die Dinge relevant, die im direktem Umland des Gewässerverlaufs stattfinden, vielmehr muss das gesamte Einzugsgebiet (EZG) Betrachtung finden. Die Bedeutung selbst kleinster Zuläufe wird leider chronisch unterschätz, sie bilden das Fundament der Flüsse und entscheiden über deren Zustand!

Übersichtskarte des Einzugsgebiet der Bocholter Aa, mit Kennzeichnung der größeren Zuläufen. 
Die "rot geschriebenen" Gewässer werden nachfolgend näher beschrieben.Übersichtskarte des Einzugsgebiet der Bocholter Aa, mit Kennzeichnung der größeren Zuläufen. Die "rot geschriebenen" Gewässer werden nachfolgend näher beschrieben.

  Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web


 

Die Bedeutung selbst kleinster Zuläufe

Das EZG der Aa, bis zur Mündung in die Oude IJssel bei Ulft, erstreckt sich insgesamt über ≈  530 km² und die gesamte Fläche wird  von einzelnen Wasserläufen durchzogen, die sich wie ein Netzt über die Landschaft legen. Sprechen wir von der Bocholter Aa  ist also meist nicht nur der Fluss, sondern das gesamte System  gemeint.  In der  abgebildeten „Gewässerkarte“ sind (zu Gunsten der Übersichtlichkeit) wiederum nur die Bäche eingezeichnet, die von ein EZG von mehr als 10 km² gespeist werden. Es gibt noch viele weiter Fließgewässer die direkt oder indirekt in die Aa münden und ganzjährig Wasser führen. Aber auch die „sommertrockenen“ Bäche und alle Gräben und Regenwasserkanäle,  innerhalb der betrachteten 530 km², gehören zu diesem System und haben alle samt großen Einfluss auf den ökologischen Zustand des „Flusses im eigentlichem Sinne“.

 


Der Holtwicker Bach und seine Zuflüsse

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web

Potential des Zulaufs: Der Bach hat das größte EZG im Aa-System mit relativ hohen Abflüssen. Seine teilweise bereits mäßigen Strukturen und seine Größe machen das Gewässer, neben der Borkener Aa, und dem Rheder Bach zu einem der Bäche mit vermutlich größtem Potential. Hinzu kommt, dass der Holtwicker Bach bis 2018 von der Nordsee aus ohne größere Hindernisse von adulten Wanderfischen erreicht werden könnten,  was diesem Gewässer den derzeit unangefochtenen 1. Platz der relevanten Zuflüsse beschert.

Anbindung im Aa-System:  Laut Planung der „Waterschap Rijn en IJssel“ könnte die lineare Durchgängigkeit der Aa, bis zur Mündung des Baches, Ende 2017 / Anfang 2018 wiederhergestellt werden.

Hindernisse:  Insgesamt bestehen noch 3 unpassierbare QBW (1. Abschlussdamm  IJsselmeer, 2.  Stauwehr Gaanderen, 3. Schleuse Doesburg) zwischen Nordsee und Bachmündung.

angebundene „Aa-Strecke“:  Insgesamt ca. 13 km / unterhalb  der Mündung ca. 12 km (davon 5 km Oude IJssel);  oberhalb der Mündung ca. 1 km (bis Stauwehr Rothe Spiker)

Gewässergüte: Das Gewässer hat bereits teilweise „mäßige Strukturen“ und aufgrund des vorkommen diverser Arten aquatischer Lebewesen eine vermutlich mäßige „Wasserqualität.

weiter Zuläufe mit hoher Relevanz: der Reyerdingsbach

 

 

 

Der Pleystrang und seine Zuflüsse

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015
Quelle: ELWAS.web

Potential des Zulaufs: Aufgrund des, über weite Strecken kiesigem, Sohlsubstrat (wie z.B. im Honselbach) könnte dem Gewässer, als Laichhabitat große Bedeutung für das Aa-System zukommen.

 

Anbindung im Aa-System:  Da  kürzlich ein altes QBW direkt an der Mündung beseitigt wurde, sich die FAA „Eisenhütte“ im Bau befindet  und erste Planungen bezüglich des „QBW am Marien-gymnasium“ getätigt wurden, verhindert zukünftig nur noch das Stauwehr „Rothe Spiker“ die Erreichbarkeit der Mündung für anadrome Wanderfische.

 

Hindernisse: derzeit bestehen  5 unpassierbare QBW (ohne Berücksichtigung des „Kulturstaus Liedern“) 1. Abschlussdamm   2.  Stauwehr Gaanderen, 3. Doesburg, 4. Stauwehr Rothe Spiker, 5.  Stauwehr  Mariengymnasium

angebunde Aa-Strecke: Derzeit sind 13  km durchgängig angeschlossen. Unterhalb der Mündung ca. 2 km (bis zum „Mariengymnasium“); oberhalb der Mündung ca. 11 km (bis zum „Altarm Rhede-Brügge“).  Sollte der Sohlabsturz Rhede-Brügge passierbar werden, kämen 6 km hinzu.

 

Gewässergüte: Aufgrund der Eutrophierung und dem Bestehen einiger potentieller Störquellen, kann die chemisch-physikalische Güte nur mit  „katastrophal“ beschrieben  werden. Leider ist diesbezüglich auch noch keine Besserung in Sicht und die Gewässerstrukturen sind auf weiter Strecke von „guten Zustand“ weit entfernt.

 

Zuläufe des Pleystrangs mit hohem Potential:

Honselbach: Das Gewässer ist nahezu vollständig von einer kiesigen Sohle geprägt und weißt teilweise bereits mäßige Strukturen auf. Allerdings sind die ersten Meter in einem strukturell sehr schlechten Zustand und die laterale Durchgängigkeit wird von einem Sohlabsturz, mit einer Höhendifferenz über 1m, blockiert.

Essingholtbach: Das Gewässer hat eine vermutlich gute Wasserqualität einen ausreichenden Abfluss und bereits mäßige Strukturen. Das wirklich Potential wird zukünftig wohl genauer untersucht.

Woorter Bach: Leider hat das Gewässer eine vermutlich schlechte Qualität und es würde wahrscheinlich einen enormen Aufwand bedeuten hier Fortschritte zu erzielen, so das der Bach wohl in den nächsten Jahren eine eher untergeordnete Rolle spielen dürfte.

 

 

 

Der Rheder Bach und seine Zuflüsse

Potential des Zulaufs: Neben dem relativ großen EZG und den teilweise bereits mäßigen Strukturen, bestätigen auch mehrere Untersuchungen das hohe Potential.

 

Anbindung im Aa-System:  Wie schon bereits beim Pleystrang erwähnt, gilt hier ebenfalls, dass die Durchgängigkeit der Aa (mit Ausnahme vom Stauwehr Rothe Spiker) bis zur Mündung des Rheder Baches (in absehbarer Zukunft) wiederhergestellt werden kann.

 

Hindernisse: insgesamt noch 5 unpassierbare QBW (ohne Berücksichtigung des „Kulturstaus Liedern“) 1. Abschlussdamm, 2.  Gaanderen, 3. Schleuse Doesburg, 4. Stauwehr Rothe Spiker, 5.  Stauwehr  Mariengymnasium

 

angebundene „Aa-Strecke“: ca. 13 km unterhalb der Mündung ca. 5 km (bis zum Stauwehr Mariengymnasium“); oberhalb der Mündung ca. 8 km (bis zum Sohlabsturz „Altarm Rhede-Brügge“)

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web

Gewässergüte:  Untersuchungen im Rheder Bach haben, mit die größte Artenvielfalt der Fischfauna aufgezeigt. Die Gewässerstrukturen können ebenfalls als mäßig bezeichnet werden.

 weiter Zuläufe mit hoher Relevanz: der Messingbach

 

 

 

Der Knüstingbach und seine Zuläufe

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web

Potential des Zulaufs: Auch dieses Gewässer hat großes Potential, die Strukturen sind bereits mäßig und das Gewässer ist eindeutig als „sommerkühl“ zu bezeichnen.

 

Anbindung im Aa-System:  Die Anbindung ans Oberwasser wird durch das Stauwehr bei Baumeister und die Stadtmühle Gemen wohl noch längerfristig verhindert. Der Anschluss an das Unterwasser (oder die spätere Erreichbarkeit vom Meer aus) ist bereits etwas besser. Nachdem ein weiterer Sohlabsturz (Altarm Rhede-Brügge) beseitigt wird, ist die Mündung auch von 18 km Entfernung, für die Fische im Aa-System erreichbar. (wenn die Raue Rampe Hoxfeld als passierbar gewertet wird)

 

Hindernisse: insgesamt 6 unpassierbare QBW (ohne Berücksichtigung vom „Stau   Liedern“  u. „Rauer Rampe Hoxfeld“) 1. Abschlussdamm   2.  Gaanderen,  3. Schleuse Doesburg, 4. Rothe Spiker, 5.  Mariengymnasium,  6. Sohlabsturz Rhede-Brügge

angebundene „Aa-Strecke“: ca. 6 km / unterhalb der Mündung ca. 5  km (bis „ Altarm Rhede-Brügge“); oberhalb der Mündung ca. 1 km (bis zum „Stauwehr Baumeister“)

Gewässergüte: Aufgrund der Strukturen und anhand von „fischbasierten Untersuchungen“, kann von einem relativ gutem Zustand, gesprochen werden.

 

 

 

 Die Borkener Aa und ihre Zuläufe

Potential des Zulaufs: Aufgrund des großen EZG, der hohen Abflüsse und der teilweise bereits „mäßig strukturierten Zuläufe“ besteht grundsätzlich großes Potential. Bei Wiederherstellung der Durchgängigkeit am Stauwehr Baumeister und am Sohlabsturz Höhe „Altarm Rhede-Brügge“ wäre die Mündung ab dem QBW Höhe Mariengymnasium (in Bocholt) für die Fische erreichbar.

Anbindung im Aa-System:  Sowohl im Unter- als auch Oberwasser der Mündung befinden sich  unpassierbare QBW die das Gewässer wohl noch Jahre vom restlichem System abschneiden werden.

Hindernisse: 7 unpassierbare QBW / 1. Abschlussdamm, 2.  Stauwehr Gaanderen,  3. Doesburg, 4. Rothe Spiker, 5.  Mariengymnasium, 6. Rhede-Brügge, 7. Stauwehr Baumeister

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web

angebundene „Aa-Strecke“nur ca. 2 km / unterhalb der Mündung ca. 1 km (bis Stauwehr Baumeister); oberhalb der Mündung ca. 1 km (bis Stauwehr Stadtmühle Gemen)

Gewässergüte: Das Gewässer hat bereits teilweise „mäßige Strukturen“ auch kommen bereits viele unterschiedliche Arten aquatischer Lebewesen vor. Allerdings bestehen noch potentielle Störquellen, die die chemische Güte beeinflussen und die physikalische Wasserqualität ist aufgrund fehlender Beschattung ebenfalls beeinträchtig. 

weiter Zuläufe mit hoher Relevanz:  Döringbach, Wichersbach, Engelradingbach, Bruchbach 

 

 

 

 

 Der Messlingsbach

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015
Quelle: ELWAS.web

Potential des Zulaufs: Trotz relativ kleinem EZG wird dem Gewässer, aufgrund der bereits mäßigen Gewässergüte, hohes Potential attestiert. Die natürliche Reproduktion der Bachforellen konnte bereits nachgewiesen werden, so dass hier zukünftig auch anadrome Wanderfische der Reproduktion nachkommen werden, sobald die Mündung (von der Nordsee aus) wieder erreichbar ist.

Anbindung im Aa-System:  Leider gibt es für die Stadtmühle Gemen noch keine konkreten Planung zur Wiederherstellung der Passierbarkeit.  Wahrscheinlich wird es noch Jahre dauern bis der Anschluss an das gesamte System vorgenommen wird.

Hindernisse: insgesamt 8 unpassierbare QBW 1. Abschlussdamm, 2.  Gaanderen,  3.  Doesburg,

4. Rothe Spiker, 5.  Mariengymnasium 6. Rhede-Brügge 7. Baumeister, 8. Stadtmühle Gemen 

angebundene „Aa-Strecke“: ca. 10  km (nach Fertigstellung der FAA „Schütten Ramsdorf“ & „Sohlabsturz Niehues“  von der Entstehung der Aa erreichbar) / unterhalb der Mündung ca. 4 km (bis zur „Stadtmühle Gemen“); oberhalb der Mündung ca. 6 km (bis „Schlossmühle Velen“)

Gewässergüte: Untersuchungen im Messlingsbach  haben mit die größte Artenvielfalt der Fischfauna aufgezeigt. Das Makrozoobenthos zeigt ebenfalls eine bereits mäßige  „chemische  Qualität“. 

 

 

 

 

Die Vennbäche

Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web

Potential des Zulaufs: Aufgrund der stellenweise mäßigen Güte, kann auch hier ein gewisses Potential attestiert werden. Man findet kiesiges Sohlsubstrat (wie z.B. im Schwarzen Bach).

Anbindung im Aa-System: Leider gibt es für die Stadtmühle Gemen noch keine und für die Schlossmühle noch keine konkreten Planungen zur Wiederherstellung der Passierbarkeit, so dass der Oberlauf (ab Gemen) voraussichtlich noch viele Jahre auf die Anbindung ans Aa-System warten muss.

Hindernisse: insgesamt 9 unpassierbare QBW 1. Abschlussdamm 2. Gaanderen, 3. Doesburg,

4. Rothe Spiker, 5.  Mariengymnasium  6. Rhede-Brügge 7. Baumeister, 8. Gemen,  9. Schlossmühle

angebundene „Aa-Strecke“: 0 km direkt am Zusammenfluss mit dem Thesingbach, an der Entstehung der Aa (am km 49.8) befindet sich das unpassierbare Stauwehr „Schlossmühle Velen“ 

Gewässergüte: Partiell findet man sogar teilweise „gut strukturierte“ kurze Gewässerabschnitt, die auch hohe Individuen- u. Artendichten aufweisen. Es wurde u.a. gesunde Forellenpopulation nachgewiesen, die aber auf Besatzmaßnahmen zurückzuführen sind. Die höchste Güte, bei Betrachtung längerer Gewässerstrecken hat der Schwarze Bach.

weitere Zuläufe mit hoher Relevanz:  Weißer Vennbach,   Schwarzer Vennbach,  Schwarzer Bach 

 

 

 

  

Der Thesingbach und seine Zuläufe

  Kartengrundlage: Geobasis NRW,2015     Quelle: ELWAS.web

Potential des Zulaufs: Das Gewässer weist teilweise kiesiges Sohlsubstrat auf und die Flächennutzung ist relativ extensiv, was ggf. zu Vorteilen in puncto Flächenverfügbarkeit führen könnte.  Leider wird die Durchgängigkeit noch lange auf sich warten lassen.

Anbindung im Aa-System: (siehe Vennbäche)

Hindernisse: (siehe Vennbäche)

angebundene „Aa-Strecke“: (siehe Vennbäche)

Gewässergüte: Die Strukturen sind teilweise bereits mäßig. Dort wo extensive Flächennutzung vor-herrscht ist die chemisch-physikalische Wasser-qualität relativ gut, was sich auch im Makrozoo-benthos wiederspiegelt. Allerdings kann die Güte teilweise nur mit „katastrophal“ beschrieben werden (z.B. ab den Regenwasserkanälen im Stadtbereich von Velen)

relevante Zuläufe:  Efgörtsbach,   Brooksbach

   

 

 


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