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Schutz heimischer Fließgewässer

Alle Strukturen in Fließgewässern mit "gutem ökologischem Zustand" lassen sich durch folgende 5 einfache Grundsätze beschreiben, die bei jeder Maßnahme zur strukturellen Aufwertung der Gewässer möglichst uneingeschränkt Beachtung finden sollten. Jeder geplanten Eingriff in die Gewässermorpholgie sollten wie bei einer "Checkliste" kurz anhand dieser Grundsätze über prüft werden. 

 

die "5 wichtigsten Merkmale gesunder Fließgewässer"  

1. Die Strukturen gesunder Bäche u. Flüsse entstehen aus der Eigendynamik des Fließgewässers!
Der Mensch ist nicht in der Lage gute Strukturen am Reißbrett zu planen!  Der Versuch naturähnliche Zwangsstrukturen zu schaffen ist zum Scheitern verurteilt! Der "gute Zustand" eines Gewässers kann nie erstellt werden, er muss entstehen können! 

2. Der beste Zustand eines Gewässers ist der natürliche Zustand!
Grundlage des Gewässerschutzes ist der Zustand, der ohne Menschliche Einflüsse  zu erwarten ist! Es gilt die Strukturen zu fördern, die der Gewässertypologie entsprechen. Im Laufe der Jahrmillionen haben sich genau die Lebensformen entwickelt, die das bestehende Potential an effektivsten Nutzen.  Jeder Versuch des Menschen diesen Zustand zu verbessern ist überhebliche Utopie.

3. Alle Strukturen eines gesunden  Fließgewässers unterliegen einem ständigen Wandel!
Das Sohlsubstrat wird regelmäßig umgelagert und neu sortiert, das Gewässer hat die Möglichkeit seinen Lauf zu verlagern, es wandert in der lateralen Dimension und gräbt sich (zumindest im Tiefland) niemals ein. Ohne ausreichende Fläche und regelmäßig geflutete Auen kann kein Bach oder Fluss den "guten ökologischen Zustand" erreichen! Verweigert der Mensch die nötig Fläche wird keine Maßnahme den erwünschten Nutzen erzeugen.

4. Das Wasser, gesunder Bäche und Flüsse kann frei fließen!
Die natürliche Fließbewegung ist niemals gleichförmig und niemals linear! Der menschliche Einfluss auf das Strömungsbild eines Fließgewässers hat immer negative Wirkung auf den Zustand. Die Stauhaltung ist eine Kastration der Eigendynamik, ein gesunden Zustand von aufgestautem Wasser gibt es nicht!

5. Der gute Zustand beinhaltet den kleinräumigen Wechsel verschiedener Mikrohabitate.
Auf möglichst engem Raum sollte eine möglichst große Strömungs-, Substrat- und Tiefenvariabilität vorherrschen! Die Begradigung, das Regelprofil und die Stauhaltung des Menschen generieren tödliche Monotonie in lebensfeindlichen Strukturwüsten.