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unsere Gewässer brauchen Hilfe!

Zur Realisierung der Mammutaufgabe  „guter ökologischer Zustand“ ist das Engagement von jedem mit Bezug zu unserem Fließgewässern erforderlich. Du kannst entscheidend daran mitwirken ob und wann das Ziel  erreicht werden kann. Maßnahmen wie der Bau ausreichend dimensionierter Fischaufstiegsanlagen oder der großräumig Erwerb von Randstreifen sprengt zwar den Rahmen  privater Gewässerfreunde oder gemeinnütziger kleiner Vereine, allerdings sind es oft die Angelfischer, die aufgrund unzähliger Stunden am Wasser genau wissen wo der Hebel angesetzt werden muss um mit einfachsten Mitteln viel zu erreichen. 

Im Zuge der ehemals „Harten Gewässerunterhaltung“ hatten wir kaum die Möglichkeiten wirklich an der Struktur zu arbeiten und fast alle Mühen sind dem Bagger zum Opfer gefallen. Das ist Heute anders! Unsere Hilfe ist gefragt und wird oft hofiert. Fördergelder sind einfach und relativ unbürokratisch verfügbar. Befasst man sich einmal ernsthaftet mit dem Gedanken selber aktiv zu werden, stellt man schnell fest wie unerwartet einfach eine sinnvolle Beteiligung ist. Oft kann mit geringem Kosten- u. Arbeitsaufwand enorm viel erreicht werden. 


 

Struktur vor Besatz

Jeder Cent, der in die strukturelle Aufwertung  investiert wird,  erzeugt weit größeren Nutzen als es bei Besatzmaßnahmen der Fall ist. Bietet eine Strecke nur Lebensraum für 100 adulte Tiere, werden sich langfristig nie mehr als 100 Fische in diesem Gewässerabschnitt aufhalten. Selbst der Besatz von 10.000 Tieren wird daran nicht das Geringste ändern. Nur durch das schaffen zusätzlicher Unterstände und der Wechselwirkung aus möglichst vielen gesunden Mikrohabitaten kann die Anzahl der fangfähigen Tiere wirklich gesteigert werden.  

 


  

Von der Idee zur Umsetzung

Du möchtest Dich einbringen und hast auch bereits einige gute Ideen, bist Dir aber noch nicht sicher wie es jetzt weitergeht? Hier findest Du einen praxisbewährten „Ablaufplan“ für eine möglichst effektive Umsetzung deiner  Vorstellungen:

 

die Planung bis zur Genehmigung

1. Es ist enorm wichtig, dass der Grundeigentümer mit in die Planungen einbezogen wird.
Überrumpelt man ihn mit bereits ausgearbeiteten Plänen, oder (noch schlimmer) er erfährt erst von den örtlichen Behörden, dass Du planst bauliche Maßnahmen auf seinem Grund und Boden durchzuführen ist quasi garantiert, dass er sich querstellt und eine Umsetzung wird nahezu unmöglich. Wird der Eigentümer vom ersten Tag an mit in dem Projekt involviert, findet man hingegen oft den größten Befürworter oder sogar Mitstreiter bei der Umsetzung.
2. Nachdem ein erster grober Maßnahmenplan mit dem Eigner erarbeitet und abgestimmt wurde, muss der Unterhaltungspflichtige mit in die Planung einbezogen werden.
Bei kleineren Bächen ist i.d.R. der ansässige Wasser u. Bodenverband für die Unterhaltung verantwortlich. Der WuB ist in erster Linie dafür verantwortlich, dass der Abfluss sicher gewährleistet ist.  Maßnahmen können nur dann realisiert werden, wenn der Verantwortliche seine Zustimmung erteilt. Oft müssen die, mit dem Grundeigentümer abgestimmten Planungen, erneut überarbeitet werden.
3. Du, der Grundeigentümer und der Unterhaltungspflichtige sind sich einig? Dann können die Plänen der genehmigende Behörde vorgelegt werden.
In diesem Schritt geht es darum, die geplante Dimensionierung und Positionierung der einzelnen Elemente im Gewässer zu Papier zu bringen und genau zu beschreiben welche Wirkung erzeugt werden soll und wie mögliche unerwünschte Wirkungen vermieden werden. Materialbeschaffung und Kosten spielen in diesem „Projektzustand“ noch keine entscheidende Rolle.
4. Nachdem die Genehmigung erteilt wurde sollten die Maßnahmen in die s.g. Umsetzungsfahrpläne (UFP) eingepflegt werden.
Wird die Genehmigung nicht erteilt, sollte man ein Treffen mit dem Grundeigentümer, dem Unterhaltungspflichtigen und der genehmigenden Behörde organisieren, um gemeinsam eine genehmigungsfähige Variante abzustimmen. In manchen Fällen kann es vorkommen, dass der konkrete Maßnahmenkatalog mehrfach überarbeitet werden muss, bevor alle Parteien mit dem Ergebnis zufrieden sind.
5. Nachdem die Maßnahmen in den UFP erfasst sind kann ein Antrag auf Fördermittel z.B. bei der Landesregierung gestellt werden.
Dieser wird i.d.R. ohne weitere Prüfungen, für das kommenden Haushaltsjahr bewilligt. Da sich zu diesem Zeitpunkt die UWB bereits intensiv mit den wasserbaulichen Eingriffen beschäftigt hat, spart sich die Landesregierung eine erneute Prüfung des Antrages. Summen zwischen 10.000 und 30.000 Euro nehmen meist keinen Einfluss auf den Haushaltsplan und spielen von daher für die Landesregierung eine untergeordnete Rolle. 

 

die Vorbereitung

1. Vor der tatsächlichen Umsetzung sollte der IST-Zustand dokumentiert werden.
So kann die Wirkung der Maßnahme und ggf. bestehendes Optimierungspotential richtig eingeschätzt werden. Im besten Fall werden, über einen gewissen Zeitraum, mehrere Untersuchungen der Fischfauna (E-Befischungen) und Untersuchungen des Makrozoobenthos, sowie eine Strukturgüteermittlung  durchgeführt. 
2. Jeder notwendige Arbeitsschritt kurz festgehalten werden.
3. Der notwendige Material-, Maschinen- und Personalbedarf mussabgeschätzt werden.
4. Die Bereitstellung des  Material-, Maschinen- und Personalbedarf muss organisiert werden.
Das Material, die Maschinen und die Helfer müssen zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge am richtigen Ort sein.
 

die Umsetzung

Wurde bei der Planung und Vorbereitung gewissenhaft gearbeitet, erledigt sich die Umsetzung in der Regel von selbst!

 

die Nachbereitung 

1. Nach Fertigstellung sollte eine Abnahme durch die genehmigende Behörde durchgeführt werden.
2. Auch sollte man das OK einholen, dass  die Grundeigentümer und  der Unterhaltungspflichtige mit der tatsächlichen Umsetzung einverstanden ist.
3. Nun gilt es die Entwicklung der Gewässerstrecke zu dokumentieren und eine Art Kosten-Nutzen-Vergleich abzuleiten.  

 

 


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